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Exkursion der Sinne 2016

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Wer hat schon mal darüber nachgedacht wie es wohl wäre, wenn man blind wäre. Wie würde man essen? Wie würde man schreiben? Oder wie würde man ganz alltägliche Dinge machen, ohne zu sehen was man eigentlich macht?

Diese Möglichkeit hatten wir Schüler des Psychologie Kurses für rund 2 Stunden im ‘’unsichtbaren’’ Restaurant des Alphotels Innsbruck. Nach anderthalb Stunden Fahrt wurden wir von einem freundlichen Herrn in unsere kommende Erfahrung eingewiesen, wobei es bei manchen schon mit leichter Panik anfing. Man wurde sich bewusst, dass man wirklich gar nichts mehr sehen würde und das bereitet einem Menschen, der sich auf sein Augenlicht verlässt und dies als wichtigster Sinn funktioniert, doch einiges an Unbehagen. Nachdem wir 20 Schüler in Gruppen von jeweils vier Personen eingeteilt wurden, hatte einer die ehrenvolle Aufgabe seine Gruppe in das Dunkel hineinzuführen. Da man sich nach zwei dicken Vorhängen in einem gefühlten Labyrinth befand, verliefen sich einige Gruppen bis man aber schließlich mit einem leichten Schreck bemerkte, dass da jemand vor einem steht, der uns als ‘’unsichtbarer’’ Kellner einen Platz zuwies. Nachdem alle Gruppen sicher an ihren Plätzen waren, ging es nicht mit dem von uns sehr erwarteten Essen weiter, sondern erstmal mit einer Postkarte, die wir an uns selbst schreiben sollten. Nun ja, eigentlich keine schwere Aufgabe. Dem blickt man aber ganz anders entgegen, wenn man wirklich überhaupt nichts mehr siehr. Und zwar wirklich gar nichts mehr. Aber was solls, das Ergebnis wird sicher lustig sein, da uns die Postkarten tatsächlich per Post zugeschickt werden sollen. Als alle ihre teilweise sonderbaren Mitteilungen geschrieben hatten, bekam jeder Tisch eine Box mit den verschiedensten Utensilien, aus denen wir dann ein Boot, welches auch schwimmen soll, bauen mussten. So hatten wir beispielsweise Korken, Holzbesteck, Pappteller,
eine Trinkdose, eine Chipsdose und sogar eine kleine ZahnstocherFlagge. Zu welchem Land wir uns letztendlich bekannt hatten, sollten wir erst bei der ‘’Jungfernfahrt’’ erfahren. (Nicht vergessen, wir sehen nichts) Danach ging es dann endlich mit dem Essen weiter. Für Vegetarier gab es Salat und etwas undefinierbares mit Gemüse (nicht falsch verstehen, es war durchaus gut, aber was es war konnte man trotzdem nicht herausschmecken) und für ‘’normale Esser’’ wurde Geflügel in Pilzsoße mit Reis und Gemüse aufgetischt. Die Schwierigkeit des Postkarte schreibens ist nicht mit dem Essen zu vergleichen. Nachdem man nach zig leeren Gabeln genug davon hatte, musste man auf die 5FingerGabel zurückgreifen. Der Vorteil war, dass einen ja niemand sah und sich deshalb keiner über schlechte Manieren beschweren konnte. Sogar einen Nachtisch gab es: Himbeer und Zitroneneis mit Sahne.

Danach war unsere Erfahrung mit ‘’genommenem’’ Augenlicht auch schon vorüber und nach einigen Schmerzen wegen der Helligkeit, ging auf zur Jungfernfahrt unseres Bootes. Manche waren Hochsee tauglich und manche überlebten nicht mal den ersten Wassertropfen.

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Das Abenteuer ‘’unsichtbares Restaurant’’ war nun überstanden und weiter
ging es in die Stadt, um noch mehr über Sinne zu erfahren. In dem ‘’Audioversum’’ konnten wir testen wie viel Dezibel wir schreien können und wie die ‘’Ode an die Freude’’ klingt, wenn man fast Taub ist. Nach einer
verrückt, echt anfühlenden Achterbahnfahrt mit einer ‘’VirtualRealityBrille’’ging es dann wieder erschöpft Richtung Heimat.

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Ann-Kathrin Weckerle und Lea Kölsch (Schülerinnen des Psychologie-Kurses 2015/16)

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