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Vorlesewettbewerb 2015

Carina Schneider der Jg06 erreicht das Bezirksfinale Oberbayern!

„Gutes Vorlesen ist eben, wenn sich keiner langweilt“

 

Dieser Satz von Rufus Beck beschreibt kurz und prägnant, was unsere Schülerin Carina Schneider aus der 6d auszeichnet. Durch ihr besonderes Talent, literarische Texte mit viel Fantasie zu begreifen und sich in die unterschiedlichen Szenarien hineinzudenken, gelingt es der 12-Jährigen, das Publikum zu unterhalten. Nein, das wäre zu einfach. Carina gelingt es, den Stimmungsraum des Buches für die Zuhörer greifbar, ja begehbar werden zu lassen. Sie braucht dafür keine Theatralik wie manche ihre Mitstreiter. Unaufdringlich, mit bewusster Betonung, durch ihre naturgegebene Stimmlage und dem Stilmittel des Blickkontakts im passenden Moment transportiert sie den von ihr gewählten Textauszug.

Inhaltlich distanziert sich Carina im Verlauf der Wettbewerbsreihe von lustig-kindlichen Büchern wie Oma!, schreit der Frieder von Gudrun Mebs und Winn-Dixie von Kate DiCamillo. Beim Bezirksentscheid Oberbayern im April wählt sie erstmals ein emotional schwerwiegendes Thema, um ihr Können unter Beweis zu stellen und liest einen Auszug aus dem Roman Es wird keine Helden geben von Anna Seidl. Die Jury-Mitglieder lauschen gebannt. Aber nicht nur die. Auch ihre 16 Mitbewerber, deren Eltern, Lehrer und Freunde sind fasziniert. Von der Geschichte eines Amoklaufs an einer deutschen Schule und der Art ihrer Darbietung.

Auch in der nächsten Runde, beim Landesentscheid am 18. Mai in Grünwald entscheidet sich Carina für ein ernstes Genre: Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green. Die Geschichte der krebskranken Hazel habe sie sehr bewegt, teilt unsere Sechstklässlerin der elitären Jury mit. Das können die Zuhörer schnell nachempfinden, als sie die von ihr gewählte Szene mit gewohnter Ruhe und gleichzeitig raumgreifender Stimme vorträgt. Fast bekommt man den Eindruck, als durchlebe sie selbst die nächtliche Schmerzattacke der Protagonistin. Fast. Bevor man abdriftet in die fiktive Welt, blickt uns Carina urplötzlich an und endet mit Hazels Worten: „Da wäre ich am liebsten tot gewesen“. Stille. Applaus.

Mit dem Fremdtext zog uns Carina dann in die Kulisse des Dschungelbuchs, neu aufgelegt von Mechthild Gärtner in deren Roman Die Buchspringer. Hierauf konnten sich die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Landesfinale nicht vorbereiten. Mogli auf der Flucht vor Shirkan, fehlerfrei, furchterregend, finster – besser kann man das nicht machen. Und da ist es wieder. Das erleichterte Lächeln und die Freude in den Augen über das gelungene Vorlesen. Und der Stolz, dass man so weit gekommen ist. Denn das gab es am Staffelsee-Gymnasium Murnau noch nie: Unsere Schule beim Landesentscheid Bayern. Bis zum Bundesfinale hat es nicht gereicht. Aber was heißt das schon, wenn man zu den besten von 600.000 Vorleserinnen und Vorlesern aus ganz Deutschland gehört.

Liebe Carina, wir danken dir, dass du uns einen Moment mitgenommen hast in die Welt deiner Geschichten. Gelangweilt haben wir uns nicht eine Sekunde.

Birthe Thude

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